Donnerstag, 7. Januar 2016

Herzensschrei: Meine tiefste Sehnsucht

Hallo, ihr Lieben!

Nach langer, langer Zeit gibt es wieder einen Post. Eigentlich bin ich eine lausige Bloggerin. Organisation ist aktuell nicht meine Stärke, aber was soll's. I'll keep trying. :)
Dieser Post hebt sich definitiv von allen anderen ab. Ich habe den Text während der MEHR-Konferenz des Gebetshauses Augsburg im Raum der Stille/Kapelle verfasst. [Exkurs: Wen es interessiert: Es gibt Fotos zur Konferenz von Tag 1, Tag 2 und Tag 3 anzusehen.] Ich wurde zutiefst bewegt und konnte keine Ruhe finden, bis ich diese Worte niedergeschrieben habe. Es sind Worte, die meine tiefste Sehnsucht ausdrücken. Somit ist der Text nicht primär an Andere gerichtet. Ihr könnt ihn natürlich sehr gern lesen! Vor allem jedoch darf er um seiner selbst willen so stehenbleiben und ich möchte damit zugleich für mich selbst ein Zeichen setzen.
Der Text ist manchmal sperrig, nicht immer flüssig oder zusammenhängend und darf ruhig so sein. Worte sind oft unbeholfen, und es ist okay. Zumindest habe ich noch keine Person getroffen, die hochpersönliche Herzenstiefen 100% so zum Ausdruck bringen konnte, dass diese zufrieden ist ;) - und es ist ganz in Ordnung so.


   Ich habe es satt, in der Mittelmäßigkeit zu leben. Mittelmäßigkeit bedeutet: Immer im aus menschlicher Sicht gesehen sicheren Bereich. Nur nichts riskieren. Nur nicht über die eigenen Grenzen hinaus. Stets darauf achten, im "grünen", ruhigen Bereich zu sein. Nur nicht auffallen.
   Ich habe es satt, mich zu verstecken. Hinter mir selbst. Hinter Masken. Hinter der Sicherheit. Hinter Anderen. Und nicht erkennen zu geben, wer ich wirklich bin. 

Wer bin ich wirklich? 

   Ich bin nicht mein Studium. Ich bin nicht meine Nationalität. Ich bin nicht meine zukünftige Arbeit. Ich bin nicht meine Mutterschaft. Ich bin nicht die Tochter, Cousine, Nichte, Enkelin... Diese Liste kann beliebig fortgesetzt werden.
   Ich bin nicht das nette, brave, freundliche, ruhige, stille Mädchen, das vieles kann und es jedem Recht machen will und bloß keinen Streit. Ich bin nicht meine Talente.
   Aber ich bin auch nicht meine Schwächen. Ich bin nicht das, was ich nicht habe. Was ich nicht bin. Ich bin nicht meine Unfähigkeit.
   Letztlich durchläuft jeder die Blicke der Familie, der Freunde, der Kollegen, der Arbeitgeber, der Lehrer, so vieler Menschen, die über dich urteilen.

   Aber das alles definiert nicht meine Identität, mein tiefstes Sein. All die genannten Dinge wirken sich darauf aus, stehen damit in Verbindung. Wie reagiere ich auf diese Aufwirkungen, gehe ich mit ihnen um? Ich habe es satt, mich wie ein Spielball meiner selbst und der Anderen zu fühlen. Ich bin zu so viel mehr berufen. Du bist zu so viel mehr berufen als das.

Auch, wenn du verlassen bist...jemand steht hinter dir.
Auch, wenn du dein Leben als sinnlos erachtest...jemand erfüllt dein Leben mit Sinn.
Auch, wenn du verletzt bist...jemand desinfiziert und verbindet deine Wunden.
Auch, wenn du Waise bist...du bist und bleibst immer ein Kind und hast immer jemand, der für dich sorgt.

Ich erkenne subjektiv, was objektiv als Wahrheit aufstrahlt. Und ich bin damit nicht die Einzige.

Meine tiefste Sehnsucht ist Radikalität (lat. radix - Wurzel). Zu den Wurzeln zu kommen, zum Kern, zum Wesentlichen, zur Essenz.
Weg von Relativität. Alles geht, nichts ist fix, man weiß es ja eh nicht, ja & nein, bei jedem ist es anders, wir wissen nichts, es kommt ja doch anders...

- "relativ" Gleichgültigkeit leben - nein.
- "relativ" und radikal Beziehung leben - ja.  (nenne es "relational", wenn das klarer ist)

Beziehung zu meinem Papa
Beziehung zu meinem König
Beziehung zu meinem Hirten
Beziehung zu meinem Lehrer
Beziehung zu meinem Coach
Beziehung zu meinem Bräutigam
Beziehung zu meinem Löwen
Beziehung zu meinem Lamm
Beziehung zu meinem Erlöser
Beziehung zu Jesus
Aus dieser Beziehung erwächst alles Andere.

Er ist "mein", weil ich ihm gehöre und nicht umgekehrt. Das Wort "Gott" wäre viel  zu unzureichend, und in inflationärer Verwendung.

Mit alledem, was geschrieben steht, habe ich eine Entscheidung getroffen. Und ich möchte mehr in sie hineintreten und darin leben.

~"Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein." Jes 43,1~

Eure Bernadette


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