Donnerstag, 24. März 2016

Frei von der Leber weg: Introversion und HSP

Ein frühlingshaftes Hallo!


Ich möchte den Blog nutzen, ohne großes Grübeln meine Gedanken auszudrücken. Mein Plan ist es, daraus eine Serie mit dem Kürzel FLW zu machen-Frei von der Leber Weg. Im Voraus möchte ich anmerken, dass ich aber nicht über alles schreiben werde, was aktuell in der Welt passiert (oder nicht passiert), sondern ich entscheide bei jedem FLW selbst für mich, was ich offenlegen möchte. Das kann von globalen Themen bis hin zu ganz alltäglichen oder auch persönlichen Dingen gehen.

Dann legen wir los!
Persönlichkeitstypen. 

Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht? Ich kann gewiss nicht die Bandbreite an Persönlichkeitstypen überblicken, und es sind wohl auch nicht alle ernstzunehmen. Aber bei zwei Dingen kann ich sagen, dass sie zutreffen und Teil meiner Persönlichkeit sind:
1.) Ich bin introvertiert.
2.) Ich bin hochsensibel (Stichwort: Hochsensibilität und HSP-hochsensible Personen).

Ich gebe kurz und wohl unvollständig wieder, was das bedeutet: 
Introversion meint, dass man in den Zeiten, in denen man für sich ist, Energie tanken kann und es durchaus genießt, für sich zu sein. Dauerhaftes unter-Leuten-sein hingegen lässt den inneren Akku leerwerden.  Extrovertierte Personen empfinden es umgekehrt. Und Introversion ist nicht mit Schüchternheit gleichzusetzen. Es KANN sein, dass beides auftritt, aber es MUSS nicht.
Hochsensibilität bezeichnet die dünne "Wahrnehmungshaut" - Eindrücke von außen, wohl aber auch von innen, werden intensiver und prägender wahrgenommen als von anderen Menschen. Dazu gehören beispielsweise laute Geräusche, blendendes Licht, kratzige Stoffe, aber auch Konstellationen zwischen Personen (Streit, Verletztsein,...). Die leisen Brisen, die manche gar nicht merken, empfinden HSP als sehr wohl hörbare Winde, vielleicht sogar Stürme...je nachdem, wie ausgeprägt die Hochsensibilität ist.

Wie ging es mir damit?

Anfangs wusste ich nicht um diese Persönlichkeitszüge. Ich dachte, ich bin schüchtern und ich käme klar, wenn ich ewig ein Mauerblümchen bin, von dem keiner Notiz nimmt. Ich fand es IN ORDNUNG(!), so zu leben, denn auffallen wollte ich nicht. Das war mir unangenehm. 
Ich dachte, ich wäre komisch und hätte an meiner Persönlichkeit zu arbeiten, denn als normal empfand ich mich nicht, vor allem während meiner Pubertät. Mit Kleidung, Schminke, aber auch meinem Verhalten versuchte ich, meine Persönlichkeit umzupolen. Das ging meistens schief und endete in Frustration und Resignation. 
Irgendwann kam die erleichternde Nachricht: Introversion ist nicht komisch und es gibt einige Menschen, auf die das zutrifft! Später stieß ich auch auf den Begriff HSP-eine weitere "Erleuchtung" für mich.
In einem Anflug von Triumph las ich im Internet vieles zu diesen beiden Themen, machte Persönlichkeitstest, die mir immer wieder die Bestätigung lieferten für das, was ich schon wusset. Ich liebte es, darüber zu sprechen und andere Leute, denen es ähnlich ging wie mir, darüber aufzuklären. Eines Tages, als ich einen Account auf Instagram erstellte, folgte ich einem Account, der sich darauf spezialisierte, Details zum Thema Introversion (eine etwas verfeinertere Variante über den Myers-Briggs Type Indicator MBTI mit 16 Persönlichkeitstypen. Einen Persönlichkeitstest kannst du z.B.: *HIER* machen.) zu posten.
Zu Beginn fand ich diese Impulse gut, doch irgendwann hörte ich auf, diesem  Account zu folgen. Was war passiert? Das ständige Konfrontiertwerden mit Fakten zu meiner Persönlichkeit und jener anderer Menschen war mir zu eintönig geworden. Der Gedanke, dass nur solche Personen auf dem Erdenrund leben, war nicht sehr angenehm...ich glaube, da wird man wahnsinnig, ständig gespiegelt zu werden! Und langweilig wäre es sowieso!
Ich stelle es mir als gar nicht so leicht vor, wenn Introvertierte unter sich sind. Alle genießen es, wenig zu sprechen und für sich zu sein...wer macht da den ersten Schritt im Gespräch? Schwierig. Natürlich kann man diese Situation auch genießen, aber auf Dauer-wie gesagt...das wäre nichts für mich.

Was ist mein Fazit?

1.) Ich bin froh und dankbar, dass ich um meine Introversion und Hochsensibilität weiß. Nun kann ich mich besser akzeptieren.

2.)Ich versuche, mehr und mehr in diese beiden Persönlichkeitszüge hineinzutreten und sie offen und intentional zu leben. Sie gehören zu mir und wenn ich sie verdecke, verleugne ich mich selber und tue mir Gewalt an.

3.) Ich habe erkannt, dass ich mich um meinen eigenen Nabel drehe, wenn ich in dieser Blase der Erkenntnis bleibe und denke: "So bin ich eben. Ich habe es schwarz auf weiß. Du kannst mich nicht ändern."

4.)Veränderung ist gut, wenn sie mir hilft, mich selbst und andere besser zu verstehen. Veränderung ist förderlich, wenn ich aus meiner Komfortzone komme und Menschen kennenlerne, die anders sind als ich. Das erweitert den Horizont.

5.)Es ist okay, wenn ich anders bin und lasse mich nicht von Urteilen anderer beeinflussen bzw. grüble nicht ewig darüber. Ich muss mich nicht anderen in meiner Persönlichkeit anpassen.

6.) Wenn ich mich einmal verloren habe, gehe ich die Punkte 1.)-5.) noch einmal durch-wieder und wieder! ;)

Möchtest du etwas dazu ergänzen?
Welche Persönlichkeitszüge erkennst du an dir? Ähnliche, die gleichen oder andere?
Wie geht es dir damit, deine Persönlichkeit zu leben?

Ich freue mich, wenn du etwas teilen möchtest! :)

Deine Bernadette

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